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Von Giesenkirchen nach Indien
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08-2006/1835
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Quelle: Rheinische Post, von MICHAEL BRÖCKER
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MITTWOCH 2. AUGUST 2006, WIRTSCHAFT
Metallverarbeiter Diamant: Von Giesenkirchen nach Fernost Achim Schutz hat Indien schon 1996 als Markt für seinen Betrieb entdeckt. Jetzt schickt er einen 67-Jährigen Berater nach Fernost. Von Giesenkirchen nach Indien Achim Schulz, Geschäftsführer des Metallverarbeiters Diamant, hat Indien schon 1996 als Markt für seinen Betrieb entdeckt. Jetzt schickt er seinen 67-Jährigen Berater nach Fernost - um Zukunftstechnologien voranzutreiben. VON MICHAEL BRÖCKER: Wenn der Hobby-Musiker Harn Drecoll in einer Band spielen würde, hieße sie wohl „Oldies but Goldies". Das wäre zumindest sein Vorschlag. Doch der 67-Jährige Wirtschaftswissenschaftler nutzt die Trompete derzeit nur für Forschungszwecke. Wie das alte, verschlissene Gehäuse wieder in Schuss gebracht werden kann, und vor allem: wie der Klang zurück in das Gehäuse kommt, das hat der ehemalige Luftfahrttechniker mit Hilfe von speziellen Füllmaterialien des Giesenkirchener Metallspezialisten Diamant herausgefunden. Achim Schulz, Geschäftsführender Gesellschafter des in fünfter Generation geführten Unternehmens hatte Drecoll vor einiger Zeit aus dem Ruhestand geholt. „Seine Ideen und Forschungen helfen uns, der verschwendet doch sein Wissen in der Rente", sagt Schulz und lacht. Drecoll wird nun als „Berater" nach Indien entsandt. Auf der sechswöchigen Reise soll der 67-Jährige ein Feld beackern, das gemeinhin als absolut zukunftstauglich gilt: die Nanotechnologie. Zwar ist die Arbeit mit den kleinsten Material-Partikelchen seit Jahren in deutschen Forschungslabors „en Vogue". Doch wie die Technologie in konkrete Arbeitsprozesse -zum Beispiel in der Metall- und Gießereiverarbeitung - genutzt werden kann, ist weithin unerkannt. Auch Messgeräte für die Mini-Teilchen sind Mangelware. „Wir wollen Abformungen für Gießteile im Nanobereich möglich machen", sagt dagegen Schulz selbstbewusst. Für das anspruchsvolle Projekt stehen Diamant-Berater Drecoll in Indien Top-Forscher zur Seite. Professor Sangeneni Mohan, Leiter des Innovationszentrums an der indischen Technologie-Universität IISc, will im November einen Workshop zur Integration von Nanotechnologie in Arbeitsprozesse veranstalten. Neben Drecoll werden Experten aus Europa, USA und Asien vertreten sein. Forscher der RWTH Aachen und der Hochschule Niederrhein sollen ebenfalls mitkommen und mit rund 1000 Studenten diskutieren. Professor Mohan, der für Konzerne wie Boeing, Haniel oder Microsoft arbeitet, kennt Achim Schulz seit zwei Jahren. Auf seiner Europareise machte er daher nicht nur bei der EU-Kommission oder bei DaimlerChrysler Station, sondern auch in dem Betrieb an der Hontzlarstraße. „Schulz ist ein ausgewiesener Industrieexperte", sagt Mohan. Die boomende mittelständische indische Wirtschaft ist nicht nur von Schulz' Produkten zur Imprägnierung, Reparatur oder Beschichtung von Guß- und Maschinenteilen überzeugt. Diamant kann auch Türen öffnen für den Markteintritt weiterer deutscher Maschinenbauer. Als Mitgründer und Leiter des deutsch-indischen Forschungsinstituts Indo-German-Technology-Institute (IGIT) ist Schulz schon von Amts wegen Indien-Experte. Und das geht weit über betriebliche Belange hinaus. „Ich sehe mich längst als Vermitller zwischen den Kulturen", sagt Schulz. |
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