relying on a webpress webpresence

Samstag 31.07.2010
 
Als Partner ist Indien zum Tiger geworden
01-2005/1205
Quelle: Deutschland
Sourcing Asia
Begehrtes Ziel globaler Einkäufer

„Als Partner Ist Indien zum Tiger geworden *

Die größte Demokratie der Welt wartet mit beeindruckenden Wachstumszahlen auf und ist längst zu einem Einkaufseldorado und Produktionsstandort für westliche Unternehmen geworden. Indiens Attraktivität machen vor allem die Ausbildung nach europäischen Standards, die englische Sprache und die Nähe zur europäischen Kultur aus. Die Infrastruktur lässt aber noch zu wünschen übrig.

Indien ist seit etwa zehn Jahren ein Ziel globaler Beschaffer und weitet seine Kompetenzen bei Qualität, Liefertreue, Einhalten von Verabredungen, Ausweitung von Kapazitäten sowie Anpassung an internationale Standards ständig aus. Über sein „Silicon Valley" in Bangalore hat Indien an Erfahrung in der Kooperation mit Global Players gewonnen, man kennt die Bedürfnisse der Europäer.
Seit Urzeiten ist Indien als Lieferant feinster Seiden bekannt. Eine Vielzahl von Tees, Heilpflanzen und Kräutern findet sich zur Herstellung natürlicher pharmazeutischer Artikel. Durch die über 16 unterschiedlichen agroklimatischen Zonen kann Indien mit etwa 45.000 verschiedenen Pflanzensorten aufwarten. Außerdem hat Indien ein reiches Reservoir an Natursteinen (Granit, Schiefer, Marmor), von denen heute jährlich etwa 600 Millionen Quadratmeter exportiert werden; in 20 Jahren sollen es drei Milliarden Quadratmeter sein.

In Indien wird sich ein Beschaffungsparadies auftun, und wer jetzt seine Fühler ausstreckt, ist wahrhaftig nicht zu früh dran. Nordamerikanische, europäische und japanische Unternehmen kaufen schon heute exklusiv preiswerte technische und andere Artikel sowie Zubehör in Indien ein.

Viele westliche Joint Ventures produzieren nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern gerade auch für den Export. Über unser Joint Venture und zusammen mit der Indo German Chamber of Commerce (IGCC) und dem Indo German Institute of Technologies (IGIT) in Bangalore sind wir zur Zeit selbst dabei, die Produktion von so genannten Fixatoren (Maschinenbefestigungselemente) aufzunehmen. Alle Zukunftsaussichten für den Wirtschaftsstandort Indien stehen auf Wachstum. Die Erwartungshaltung ist entsprechend groß. Aus dem Ausland sind die „Großen" da und etabliert. Sie haben die „Mittleren" mitgezogen, und die „Kleinen" folgen jetzt - oder es ist zu spät für sie.

Die Ausbildung in Indien ist sehr gut. Die Visveswaraiah Technological Univer-sity (VTU) mit ihren 120 Fakultäten bietet herausragende Studienmöglichkeiten in allen Bereichen. Besonders vorbildlich sind die Kooperationen mit Universitäten aus der ganzen Welt. Weltweite Kooperationen in nahezu allen industriellen Bereichen haben den Marktplatz Bangalore ganz nach vorne katapultiert.Es hat sich eine kaufstarke Mittelschicht gebildet, die konsumfreudig ist und vor allem westliche Waren gerne kauft. Bangalore ist auf dem besten Wege, mit Biotechnologie die nächste Revolution anzufachen. In diesem Bereich gibt es viele sehr gute Köpfe aus Indien.

Das Autobahn- und Eisenbahnnetz ist unterentwickelt.
Aber auch diese Fakten muss man kennen: Indien hat Infrastrukturen, die noch sehr stark ausgebaut werden müssen. Straßen, auf denen man mit 50 Km/h fahren kann, sind leider noch selten. Autobahnen verdienen noch nicht die Wertschätzung, die sie in Europa und in den USA haben. Das Eisenbahnnetz geht auf die Engländer zurück und ist auf damalige Bedürfnisse zugeschnitten.Die Elektrifizierung ist in manchen Regionen noch sehr mangelhaft.

Das Für und Wider einer Beschaffung im Ausland und speziell in Indien muss sorgfältig abgewogen werden. Im Endeffekt fällt die Entscheidung grundsätzlich nach Artikel, Qualitätsvorstellung, Marktsegment, Gesamtkosten und nicht zuletzt Geschäftslage:

• Die Artikelsuche in Indien ist recht einfach: es gibt inzwischen mehr als genügend Internet-Anbieter und Kontakte, die schnell eine recht gute Übersicht bringen.

• Über die Qualität sagt das Internet nur wenig aus. Sie gilt es vor Ort, am besten zuerst auf Messen, dann per Fabrikbesuch, zu begutachten. Es gibt viele Stellen, die helfen können, so zum Beispiel die IGCC - Mitglied werden und „anzapfen"! Außerdem gibt es in Indien den TÜV und viele andere Qualitätsprüfstellen.

• Das Marktsegment meint die Branche. In Indien kann man seit jeher Kleidung jeder Art und Güte beschaffen, handwerkliche Artikel ebenfalls. Die moderne Werkzeugmaschinenbranche ist relativ neu in Indien, hat aber in den vergangenen etwa 15 Jahren enorm gute Fortschritte in fast allen Segmenten gemacht. Viele deutsche, englische, amerikanische und japanische Werkzeugmaschinenhersteller haben dort entweder Joint Ventures, Produktionspartner oder eigene Tochterfirmen. Indische Formen- und Modellbauer sind ebenfalls durch Auslandskooperationen auf einem sehr guten Stand. Die Automobilbranche ist aus den Startlöchern heraus. BMW, Daimler, Porsche, fast alle Japaner, Delphi und andere Zulieferer sind auf dem Subkontinent vertreten.
• Mit etwa sechs Prozent Wirtschaftswachstum pro Jahr ist Indien als Partner zum Tiger geworden. Das Land hat sehr gute Zukunftsaussichten, die von allen Seiten bestätigt werden.

• Die Gesamtkosten aus Beschaffungs-, Transport-, Import- und Lagerkosten sind insgesamt günstig.

Achim Schulz,
Geschäftsführender Gesellschafter der
Diamant Gesellschaft für Metallplastic mbH, Mönchengladbach,
sowie Initiator und deutscher Gesellschafter des Indo German Institute ofTechnologies (IGIT)
www.diamant.ph